Andreas hatte schon seit langem vor, an einem Wüstenlauf teilzunehmen. Ein paar Stunden vor dem Silvesterlauf 2025 machte er Ernst und meldete sich zum Transsahara Etappenlauf in der marokkanischen Wüste an.
Es blieben damit bis zum Start am 09.02.26 nur noch 39 Trainingstage, die bei einigen schneereichen Tagen in der Region Backnang in etwa die Bedingungen im Sand simulieren sollten. Am 07.02.26 saß er schließlich mit ca. 530 Trainingskilometern in den Füßen im Flugzeug nach Marrakesch.
Der Lauf, organisiert von einem marokkanischen Mehrfachsieger des MdS, startete am 09.02.26 in Camp 1 mit einem 10 km Prologlauf im Wüstensand bei ca. 25 Grad. Hier zeigte sich sehr schnell: Training im Schnee ist mit dem Laufen im Sand nicht zu vergleichen.
Als Pflichtausrüstung unerlässlich sind Gamaschen über den Laufschuhen, ebenso wie ein Rucksack mit Giftsaugglocke, Pflaster, Tape, Antiseptikum, Erste-Hilfe-Decke und Verbandsmaterial, der ein Gewicht von ca. 15 kg hatte. Andreas kam in einem deutschen Zelt unter.
Er hatte 150 km an 5 Tagen vor sich, während 3 der Teilnehmer am nächsten Tag zu 200 km nonstop durch die Wüste starteten.
Am 2. Tag stand die Königsetappe mit 50 km auf dem Programm. Allerdings musste zuvor noch das Gepäck zum Transport ins Biwakcamp 2 gepackt werden. Nach dem Start und 3 km im Wüstensand stieg die Strecke bis zum 1.VP auf Geröllstraßen an. Andreas hatte frisch gestärkt sein Tempo gefunden, als ca.15 bis 20 Rallyefahrzeuge an ihm und 8 weiteren Läufern in Affentempo vorbeirasten. Die Folge: Eine Staubwolke, die sich über 1 km erstreckte. Als wieder etwas zu sehen war, merkten die 9 das Fehlen der Markierung, was umdrehen und 2,5 Zusatzkilometer bedeutete. Die Strecke führte weiter einen Canyon hinab, VP 2 nach 18 km, VP 3 nach 27 km. Dann wurde die Umgebung steppenähnlich, heiß und trocken. Bei km 35 und km 44 war eine Erfrischung bitter nötig, trocknet der Wüstenwind doch schnell aus. Nach knapp 53 km war das Ziel im nächsten Biwak erreicht und Andreas sortierte sich am Ende des ersten Drittels auf Platz 25 ein. Eine recht spärliche Waschung mit Schöpfkelle beseitigte den gröbsten Schmutz.
An Tag 3 folgte ein Rundkurs ums Camp mit 29 km auf die höchsten Dünen, vergleichbar mit Bergsteigen, nur dass man nach jedem Schritt vorwärts einen halben zurück rutschte. Das Licht in den Dünen war traumhaft.
Tag 4 ging wieder mit einem Biwakwechsel einher. Die Strecke: 29 Km mit den bekannten 5 Pyramidendünen mit der letzten und höchsten kurz vor dem Camp.
An Tag 5 folgte die letzte Etappe mit 32 km und der Besonderheit des Starts um 7 Uhr im Dunkeln mit Stirnlampen Richtung Osten in den Sonnenaufgang. Das Bild der Kette der LäuferInnen mit Lampen in das Morgenrot ist nicht zu beschreiben. Kleine Dünen wechselten mit Steppe und Steinlandschaft ab und am Ende ging es im ausgetrockneten Bachbett Richtung Ziel.
Dort waren die Emotionen natürlich bei jedem, der finishte, überwältigend.
Andreas benötigte für die 150 km 22 Stunden und 38 Minuten, was Platz 32 von 69 Teilnehmern bedeutete.
Sein „Adventure of his lifetime“ war mit dem Finish und den vielen Eindrücken und Bildern ein für ihn unvergessliches Ergebnis. Die vielen tollen Menschen, die er kennenlernen durfte, erzählten ihm von weiteren Wüstenläufen. This will be continued.
Eine Wahnsinns-Leistung. Chapeau !
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